Obwohl Bremen zusammen mit Oldenburg 2009 von der Bundesregierung als „Modellregion Elektromobilität“ ausgewählt wurde, gehen die ohnehin schon geringen Zahlen der Fahrzeuge mit E-Antrieb in den Bremer Behörden weiter zurück. Wie aus der Antwort des Senats auf eine Anfrage im Parlament hervorgeht, sind die Zahlen von neun in 2013 auf aktuell zwei zurückgegangen. Die Verwaltung begründet das mit den höheren Betriebskosten und der schwach ausgebauten Lade-Infrastruktur. Zum Beispiel würde ein sparsamer Leasing-Golf mit herkömmlichen 1,0 Liter Motor monatlich 184 Euro Kosten monatlich verursachen – ein E-Golf dagegen 321 Euro. Diese Mehrkosten müssten an anderer Stelle eingespart werden. Eigene Ladestationen gibt es ganze zwei: eine am Oslebshauser Gefängnis und eine an der Hochschule für Künste. Jedoch bemühe man sich, den Schadstoffausstoß des Fuhrparks an anderer Stelle zu reduzieren, beispielsweise durch ein Car-Sharing-Modell. 16 Dienststellen haben einen Vertrag mit einem Anbieter abgeschlossen, über 1.300 Mitarbeiter sind als Nutzer eingetragen. Ziel ist auch, die Fahrzeugflotte zu verringern. Sie besteht derzeit aus 1.150 Fahrzeugen, die meisten sind geleast. 552 Personenwagen sind im Fuhrpark, der Rest sind Nutz- und Sonderfahrzeuge. In Oldenburg, die andere Großstadt in der Modellregion, plant die Stadtverwaltung dagegen eine Ausweitung des E-Fuhrparks. Allerdings besteht er derzeit aus nur einem einzigen Auto. Drei weitere sollen im August dazu kommen.

Weser-Kurier 15.08.2017