Verwirrende Stromeffizienz-Labels wie A+++ bei Elektrogeräten sollen ab 2019 der Vergangenheit angehören. Die EU-Kommission und der Rat einigten sich auf ein neues Modell, das im Prinzip wieder auf die alte Skala von A bis G zurückgreift. Wie früher schon steht A für die besten stromsparenden Geräte und G für die schlimmsten Stromschlucker. Durch Verbesserungen der Effizienz wurden irgendwann die besten durch noch bessere Geräte überholt – so kam zum A ein A+ bis zu A+++. Dadurch entstand Verwirrung bei den Verbrauchern, denn die Klasse A war  nur noch Mittelklasse beim Energiesparen, wirkte aber noch sparsam. Um diesen Effekt in Zukunft zu vermeiden, sollen die Kriterien immer wieder nachjustiert werden, so dass A dauerhaft die beste Kategorie bleibt – ohne zusätzliche Plus-Zeichen. Umfragen haben ergeben, dass 85 Prozent der Europäer beim Kauf von Elektro-Produkten auf die Energie-Kennzeichnung achten. Daher sollen die Geräte zusätzlich in einer Produktdatenbank registriert werden, wo Behörden und Verbraucher Geräte überprüfen und vergleichen können. Mit dem besseren Energie-Label und einer energiesparenden Konstruktion der Geräte könnten Haushalte knapp 500 Euro im Jahr sparen, Industrie und Handel ca. 65 Milliarden Euro umsetzen und sich die EU-weite Energieersparnis sich auf eine Größe summieren, die dem jährlichen Verbrauch Italiens und des Baltikums entspreche, rechnete der Umwelt-Kommissar Miguel Arias Canete vor. Der europäische Verbraucherverband BEUC begrüßt die Einigung, fordert aber eine schnellere Umsetzung.

TAZ 23.03.2017