Die meisten Haushaltsgeräte verbrauchen mehr Strom als auf dem Energieeffizienz-Label angegeben. Nach einer jetzt veröffentlichten Studie lagen die Unterschiede beim Stromverbrauch oft zwischen 20 und 30 Prozent, in einem Fall war der an das Alltagsverhalten angepasste Verbrauch doppelt so hoch wie der im Labor ermittelte. Umweltverbände und Verbraucherschützer kritisieren die Messverfahren, die so gar nicht das Nutzungsverhalten der Verbraucher widerspiegeln. Um eine Vergleichbarkeit sicherzustellen, sind die Messverfahren notwendigerweise genormt. Die Messungen müssen einfach, reproduzierbar und kostengünstig sein. „Bei den Norm-Messungen gibt es ein Spannungsfeld zwischen Einfachheit des Tests und Abbildung des Nutzungsverhaltens“, so eine Energie-Expertin des BUND. Um die Testmethoden an den tatsächlichen Alltagsverbrauch anzupassen, fordern die Umweltorganisationen künftig mehr Mitspracherecht in den Standardisierungsorganisationen.

TAZ 22.06.2017