Nach vielen Debatten und langen Kämpfen um Details hat der Deutsche Bundestag das Mieterstromgesetz verabschiedet. Es räumt Mietern ähnliche Vorteile ein, die bisher nur Eigentümer von Einfamilienhäusern nutzen konnten. Kurz vor der Verabschiedung wurde noch in einem Punkt nachgebessert: statt nur für das Dach des Mieters ist die Regelung nun auf ganze Gebäudeensembles ausgedehnt, sofern keine Leitung des öffentlichen Netzes dazwischen liegt. Kritiker bedauern, dass die Regelung vorschreibt, dass die Objekte zu mindestens 40 Prozent aus Wohnungen bestehen müssen, so dass Mieter von Bürohäusern außen vor bleiben. Ebenfalls nicht durchgesetzt haben sich die Verbände mit der Forderung nach Vereinfachung für Kleinanlagen bis 10 kW. „Für Kleinvermieter scheitert eine Umsetzung von Mieterstrom-Projekten schon an bürokratischen Hemmnissen und hohem Verwaltungsaufwand“, so der Deutsche Mieterbund. Eine aktuelle Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung für die Grünen im Bundestag warnt, dass energiewirtschaftliche Pflichten zu einem großen Organisationsaufwand führen, der bei Kleinanlagen hemmend wirkt. Unter verbesserten Rahmenbedingungen könnten fast doppelt so viele Gebäude Mieterstrom nutzen als angenommen.

TAZ 29.06.2017